Seit 2009 werden bayernweit auch ELTERNTALKs zum Thema "Suchtvorbeugung und Gesundes Aufwachsen in Familien" angeboten. Wie zu den anderen Themen auch, wurden inzwischen zwei Bildkartensets für die ELTERNTALK-Runden erstellt.
Im Zentrum der Gesprächsrunden zur Suchtvorbeugung und zum Gesunden Aufwachsen in Familien steht die Förderung von Lebenskompetenzen und deren ganz praktische Umsetzung im Erziehungsalltag. Die vom Projekt erstellten Bildkarten greifen die klassischen Themen der Suchtprävention lebensweltorientiert und leicht verständlich auf und laden zum Expertengespräch unter Eltern ein.
Das neue (2011/2012) Set "Gesundes Aufwachsen in Familien - Wenn das Leben sich ändert"enthält 18 Bildkarten rund um das Thema „Gesundes Aufwachsen in Familien – Wenn das Leben sich ändert...“. Im Mittelpunkt dieses Themas steht die Stärkung von Familien (Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren), die Übergangssituationen oder krisenhafte Lebensereignisse zu bewältigen haben.
Das Set besteht aus 7 Schutz- und Stärkekarten sowie 10 situativen Bildmotiven. So werden typische, biografische Übergangssituationen, wie Geburt eines Kindes, Eintritt in den Kindergarten/ Schule, Schulwechsel, der Übergang ins Erwachsen werden als Bildimpulse angeboten. Aber auch situative Veränderungen im Zusammenleben von Familien, wie Trennung, Scheidung, (schwere) Krankheit, Umzug/Zuzug oder berufliche Veränderungen finden sich als Bildimpuls wieder.
Die Inhalte der Schutz- und Stärkekarten ( z.B. Sichere Bindungen, die Qualität der Beziehung der Eltern, das Fördern von Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen, die familiäre Stabilität u.a. durch Familienrituale etc.) sind aus den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen der BZgA, „Schutzfaktoren bei Kindern und Jugendlichen – Stand der Forschung zu psychosozialen Schutzfaktoren für Gesundheit, Band 35, Köln, 2009 abgeleitet und fachlich begründet.
„Kinder stärken“. Bereits in früher Kindheit entwickeln Kinder vielfältige Fähigkeiten wie Gefühle ausdrücken, Bedürfnisse wahrnehmen, Beziehungen aufbauen, Aufgaben lösen, usw. Diese Fähigkeiten, auch Lebenskompetenzen genannt, stärken die Kinder in ihrem Selbstvertrauen und in ihrer Selbstwahrnehmung.
Gleichzeitig bieten entwickelte Lebenskompetenzen Schutz vor einer späteren Suchtgefährdung. Eltern und miterziehende Erwachsene können durch ihr Verhalten wesentlich dazu beitragen, Kinder vor Suchtgefährdung zu schützen. Es kommt darauf an, den Kindern so viel Sicherheit und Geborgenheit zu geben, dass ihnen der Weg in ein selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben gelingt. ELTERNTALK lädt Eltern ein, sich über verschiedene Schritte, die ein gesundes Aufwachsen in der Familie fördern, auszutauschen - so werden sie in ihrer Erziehungsaufgabe gestärkt und unterstützt.
Text: Projektleitung Angelika Schmiedt da Silva
ELTERNTALK Suchtprävention - Jahresbericht und Evaluation 2011 und 2012